Kommunikation

Kommunikation (lat., von cum- = mit, zusammen; munire = binden, bauen) bezeichnet auf der menschlichen Alltagsebene den wechselseitigen Austausch von Gedanken in Sprache, Schrift oder Bild.
Im erweiterten Sinn ist Kommunikation das wechselseitige Übermitteln von Daten oder von Signalen, die einen festgelegten Bedeutungsinhalt haben, auch zwischen nicht-menschlichen Lebewesen, Objekten oder Systemen.
Der Begriff ist eng verwandt mit dem der Interaktion, in vielen Bereichen sind diese Begriffe sogar synonym, besonders dann, wenn Wechselseitigkeit für den Kommunikationsbegriff vorausgesetzt wird.
Inhaltsverzeichnis
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1 Definition und Zusammenhang
2 Systemischer Zusammenhang
3 Primäre Wissenschaftsbereiche
4 Kommunikation in anderen Wissenschaftsbereichen
5 Speziellere Bereiche
6 Siehe auch
7 Literatur
8 Zitat
9 siehe auch
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Definition und Zusammenhang
Es erweist sich als schwierig, eine allgemeine Definition für den Begriff der Kommunikation zu geben, die zum Einen präzise genug ist und zum Anderen für alle Bereiche Geltung hat. Hier soll nur ein allgemeiner Überblick gegeben werden, für tiefergehende Definitionen sei deshalb auf die unten aufgeführten Fachartikel verwiesen.
Die Teilnehmer der Kommunikation können menschliche Personen aber auch andere Lebewesen oder Objekte (insbesondere Geräte) sein. Auch zwischen Menschen und Dingen kann eine Kommunikation stattfinden, etwa zwischen Mensch und Computer nach dem Schlagwort der „Mensch-Maschine-Kommunikation“.
Diskutiert wird vor allem, ob die Teilnehmer einer Kommunikation Individuen sein müssen beziehungsweise ob ein Bewusstsein vorausgesetzt wird. In den technischen Disziplinen wird dies verneint und die Kommunikation als ein Prozess betrachtet, der den Zustand des Empfängers verändert. Aus philosophischer Sicht ist dann zu fragen, ob es Kommunikation ohne "Verständnis" und "Erinnerung" überhaupt geben kann. Behandelt werden auch die Fragen, ob die Kommunikation intentional sein muss und ob es einseitige Kommunikation gibt.
Eine gängige Beschreibung der Kommunikation ist das Sender-Empfänger-Modell: Es besagt, dass Kommunikation nur stattfinden kann, wenn es (mindestens) zwei Teilnehmer an der Kommunikation gibt, wobei beide wechselseitig als Sender und als Empfänger handeln. Dabei ist es entscheidend, dass sich Sender und Empfänger über die Kodierung der übertragenen Nachrichten einig sind, um die empfangenen Signale korrekt interpretieren zu können.
Unstrittig ist, dass Kommunikation ein wesentliches Mittel zum Erlangen von Wissen und Erkenntnis darstellt: erst das Sammeln von Daten aus der Umgebung erlaubt es einem Individuum (oder auch einem Gerät), ein Modell der Umgebung zu erstellen und neue Informationen so in einen Kontext zu setzen, dass sie Bedeutung erlangt. Fasst man den Begriff der Kommunikation so weit, dass kein individueller oder intentionaler Sender vorausgesetzt wird, so ist Kommunikation sogar die einzige Möglichkeit zu Lernen, da jede Wahrnehmung Teil eines kommunikativen Vorganges ist.
In einem weiteren Sinne wird jedes Verhalten als Reaktion auf etwas oder jemanden als Kommunikation verstanden, da jedes reaktive Verhalten Mitteilungscharakter besitzt (Interaktion). Da Verhalten kein Gegenteil hat, man sich also nicht nicht verhalten kann, folgt daraus, dass es unmöglich sei, nicht zu kommunizieren: "Man kann nicht nicht kommunizieren" (nach Paul Watzlawick). Daraus ergibt sich, dass eigentlich jede Art von Kausalität eine Kommunikation darstellt.
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Systemischer Zusammenhang
Abstrakter betrachtet bezeichnet Kommunikation den Vorgang des Verbindens mindestens zweier Systeme insbesondere von komplexen Systemen. Im Bereich der zwischenmenschlichen Kommunikation, aber auch in einigen technischen und naturwissenschaftlichen Zusammenhängen kann der Interaktionscharakter von Kommunikation sehr einfach verdeutlicht werden: Um funktionieren zu können, sind kommunikativ interagierende Systeme (Personen, hoch entwickelte EDV, Körperzellen etc.) immer bemüht, Informationen in anderen Systemen entstehen zu lassen. Dazu nutzen sie verschiedene Medien und transportieren ihre Informationen auf unterschiedliche Weise, beispielsweise mittels Berührung, Elektromagnetischer Wellen (Funk, Licht- bzw. Farbwechsel, Wärmeausstrahlung), elektrischen Strömen, Schall beziehungsweise Sprache, Enzymaustausch etc. Wichtig für den Erfolg ist, dass diese Informationen korrekt decodiert werden. Verkürzt könnte man auch sagen:
Kommunikation ist ein wesentliches Element von Systemen. Ohne Kommunikation existiert kein System.
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Primäre Wissenschaftsbereiche
Kommunikationswissenschaft
Informationswissenschaft
Medienwissenschaft
Informationstheorie
Sprechakttheorie
Linguistik
Semiotik
Weitere Übersichten in:
Kommunikationsmodell
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Kommunikation in anderen Wissenschaftsbereichen
Kommunikation (Biologie),
Kommunikation (Informationstheorie),
Kommunikation (Astronomie),
Kommunikation (Konstruktivismus),
Kommunikation (Kybernetik),
Kommunikation (Nachrichtentechnik),
Kommunikation (Psychologie),
Kommunikation (Soziologie),
Kommunikation (Systemtheorie),
Kommunikation (Wirtschaft).
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Speziellere Bereiche
Nach den beteiligten Sendern und Empfängern, Techniken und Einzugsbereichen wird unterschieden zwischen:
Computervermittelte Kommunikation
Mensch-Maschine-Kommunikation
Gruppenkommunikation
Individualkommunikation
Intimkommunikation
Massenkommunikation
Telekommunikation
Zwischenmenschliche Kommunikation
Nonverbale Kommunikation
Vokale Kommunikation
Visuelle Kommunikation
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Siehe auch
Portal Wissen, Information, Kommunikation und Medien
Information und Kommunikation
Kommunikation und Information
Informationsübertragung (Physik)
Information
Informationstheorie
Gewaltfreie Kommunikation
Interkulturelle Kommunikation
Direktive und nondirektive Kommunikation
Interaktion
Symbol
Medien
Probleme der Kommunikation
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Literatur
Guy Debord, Die Gesellschaft des Spektakels, Berlin 1996
Jill Hills, The Struggle for Control of Global Communication: The Formative Century, University of Illinois Press 2002
JoAnne Yates, Control through communication : the rise of system in American management, Johns Hopkins University Press, 1989
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Zitat
Dürfte ich das Unwort des Zeitalters bestimmen, so käme nur eines in Frage: kommunizieren. Ein Autor kommuniziert nicht mit seinem Leser. Er sucht ihn zu verführen, zu amüsieren, zu provozieren, zu beleben. Welch einen Reichtum an (noch lebendigen) inneren Bewegungen und entsprechenden Ausdrücken verschlingt ein solch brutales Müllschluckerwort! Mann und Frau kommunizieren nicht miteinander. Die vielfältigen Rätsel, die sie einander aufgeben, fänden ihre schalste Lösung, sobald dieser nichtige Begriff zwischen sie tritt. Ein Katholik, der meint, er kommuniziere mit Gott, gehört auf der Stelle exkommuniziert. Zu Gott betet man, und man unterhält nicht, sondern man empfängt eine Heilige Kommunion. All unsere glücklichen und vergeblichen Versuche, uns mit der Welt zu verständigen, uns zu berühren und zu beeinflussen, die ganze Artenvielfalt unserer Erregungen und Absichten fallen der Ödnis und der Monotonie eines soziotechnischen Kurzbegriffs zum Opfer. Damit leisten wir dem Nichtssagenden Vorschub, das unsere Sprache mit großem Appetit auffrisst. – Botho Strauß (Der Untenstehende auf Zehenspitzen, 2004, ISBN 3446204911)

For more information visit http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunikation
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