Europa

















Europa (Europú) ist das westliche Fünftel der eurasischen Landmasse, und wird von Europäern üblicherweise als eigenständiger Kontinent betrachtet. Europa erstreckt sich von der Nordsee und dem Atlantischen Ozean im Westen zum Ural im Osten, und vom Mittelmeer im Süden zum Nordpol. Es hat eine Fläche von 10.532.000 km² und eine Küstenlänge von 37.200 km. Nach Asien und Afrika hat Europa mit ca. 700 Millionen Einwohnern die drittgrößte Bevölkerungszahl aller Kontinente, bei einer Bevölkerungsdichte von 66/km².

Inhaltsverzeichnis
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1 Innereurasische Grenze
2 Geschichte Europas
3 Alphabetisch geordnete Liste der Staaten in Europa
3.1 Folgende Staaten liegen mit weniger als 5% ihrer Landfläche in Europa3.2 Aus historischen, kulturellen oder politischen Gründen werden gelegentlich auch folgende Staaten zu Europa gerechnet3.3 Abhängige Gebiete in Europa
4 Städte und Metropolen
5 Europa kann wie folgt untergliedert werden
6 Bevölkerung und Sprachen
7 Politik
8 Wirtschaft
9 Siehe auch
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Innereurasische Grenze
Das Ural-Gebirge, der Ural-Fluss, das Kaspische Meer, der Kaukasus, das Schwarze Meer sowie Bosporus, Marmarameer und Dardanellen bilden die Grenze von Europa und Asien. Weitere Infos über den Grenzverlauf und dessen Geschichte siehe unter Innereurasische Grenze.
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Geschichte Europas
Hauptartikel: Geschichte Europas
Für den Menschen war Europa erst die dritte Wahl. Vor etwa 800.000 Jahren soll die die Besiedlung durch den Homo antecessor begonnen haben, etwa eine halbe Million Jahre, nachdem Ostasien von Afrika aus besiedelt wurde. Während die Entwicklung des Homo sapiens in Afrika ablief, war Europa die Domäne von Homo heidelbergensis und Homo neanderthalensis. Trotz oder vielleicht auch wegen der widrigen Bedingungen durch die Eiszeit sollen diese Menschen vor etwa 100.000 Jahren angefangen haben, die Kultur der Altsteinzeit zu verfeinern. Mit der Jungsteinzeit und der Bronzezeit begann in Europa eine lange Geschichte großer kultureller und wirtschaftlicher Errungenschaften, zunächst im Mittelmeerraum, dann auch im Norden und Osten. Besonders die griechische Kultur, das Römische Reich und das Christentum hinterließen seine Spuren bis heute. Im Römischen Reich konnte sich die neue Religion des Christentums schnell ausbreiten. Trotz aller Verfolgungen wurde das Christentum unter Kaiser Konstantin I. Staatsreligion und wirkt bis heute fort.
Im Mittelalter verbreiteten Missionare das Christentum über Nord- und Osteuropa, so dass ganz Europa christlich wurde. Weil im Westen sowohl der Kaiser als auch der Papst den Anspruch auf Weltgeltung hatten, kam es zu konfliktreichen Auseinandersetzungen. Die Reformation im 16. Jahrhundert spaltete die Kirche in Katholiken und Evangelische. Religionskriege waren die Folge. 1618 bis 1648 verheerte der Dreißigjährige Krieg weite Teile Mitteleuropas.
Seit dem 15. Jahrhundert bauten europäische Nationen (besonders Spanien, Portugal, Frankreich, Russland und das Vereinigte Königreich) große koloniale Imperien mit großen Besitztümern in Afrika, Amerika und Asien.
Im 18. Jahrhundert setzte die Bewegung der Aufklärung neue Akzente und forderte Toleranz, die Achtung der Menschenwürde, Gleichheit und Freiheit. 1789 kam durch die Französische Revolution zum ersten Mal das Bürgertum an die Macht. Im frühen 19. Jahrhundert musste sich halb Europa nach dem Willen des französischen Kaisers Napoleon richten, bis er 1812 in Russland ein Fiasko erlebte.
Europa ist der Kontinent, der die anderen Erdteile am meisten beeinflusst hat (zum Beispiel durch christliche Mission, Forschungsreisen, Kolonien, Sklavenhandel und Warenaustausch).
Die Industrialisierung begann in Teilen Europas im 18. Jahrhundert und veränderte rasant den Alltag breiter Bevölkerungsschichten. Als Folge der Verarmung der Arbeiter entstand im 19. Jahrhundert die Kommunistische Bewegung. Daneben war das 19. Jahrhundert stark bestimmt vom Gedanken der Demokratie, vom Reaktionismus und vom Imperialismus. Sowohl der Erste Weltkrieg (1914 bis 1918) als auch der Zweite Weltkrieg (1939 bis 1945) brachen in Europa aus und zogen es sehr in Mitleidenschaft.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg war Europa in zwei große politisch-ökonomische Blöcke geteilt: Pseudosozialistische Nationen in Osteuropa und kapitalistische Nationen in Westeuropa. Man sprach auch vom Eisernen Vorhang, der die Staaten Europas voneinander trennte.
Erst Perestroika und Glasnost führten in der Sowjetunion Mitte der 1980er Jahre zu einem politischen Kurswechsel. 1989 brach der Ostblock auf, die Berliner Mauer fiel und die Sowjetunion und der Warschauer Pakt lösten sich auf.
Seit den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wachsen die Kulturen Europas verstärkt zusammen, was sich zum einen durch Institutionen wie die EU, aber auch durch die Bevölkerungs- und Wirtschaftsschwerpunkte zeigt (siehe auch Blaue Banane).
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Alphabetisch geordnete Liste der Staaten in Europa

Albanien
Andorra
Belgien
Bosnien und Herzegowina
Bulgarien
Dänemark (vgl. aber: Färöer)
Deutschland
Estland
Finnland (mit den staatliche Besonderheiten aufweisenden Alandinseln)
Frankreich (mit Ausnahme der insularen "Überseeischen Territorien" in Nordamerika, Afrika, Ozeanien)
Griechenland (einschl. der souveränen Mönchsrepublik Athos)
Irland
Island (liegt geografisch auf dem mittelatlantischen Rücken)
Italien
Kroatien
Lettland
Liechtenstein
Litauen
Luxemburg
Malta
Mazedonien
Moldawien
Monaco
die Niederlande
Norwegen
Österreich
Polen
Portugal
Rumänien
Russland (ein Viertel der Landmasse in Europa: das historische Kernland Russlands mit 75 % seiner Bevölkerung)
San Marino
Schweden
die Schweiz
Serbien und Montenegro (Staatenbund aus Serbien und Montenegro)
die Slowakei
Slowenien
Spanien (mit Ausnahme der spanischen Exklaven in Nordafrika)
Tschechien
Ukraine
Ungarn
die Vatikanstadt
Vereinigtes Königreich mit staatsrechtlich gesonderten europäischen Kronlanden wie der Insel Man und den Kanalinseln, dazu einer europäischen Kronkolonie: Gibraltar)
Weißrussland
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Folgende Staaten liegen mit weniger als 5% ihrer Landfläche in Europa
Kasachstan (nur ein sehr kleiner Teil der Landfläche liegt in Europa, der Rest in Asien. Bei Sportveranstaltungen wird Kasachstan gelegentlich Europa zugerechnet.)
Türkei (nur 3% der Fläche liegt geographisch in Europa, der Rest in Asien. Bei Kulturveranstaltungen wird die Türkei Europa zugeordnet (in allen internationalen Sportveranstaltungen, Eurovision Song Contest u.a.). Sie ist ein Mitglied des Europarats und der europäischen Zollunion ein Beitrittskandidat der EU und ist in allen Europäischen Gremien vertreten.).
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Aus historischen, kulturellen oder politischen Gründen werden gelegentlich auch folgende Staaten zu Europa gerechnet
Armenien (Geschichtlich eng mit Europa verbunden, christliche Bevölkerung mit indoeuropäischer Sprache und Kultur, Territorium liegt geographisch in Asien)
Aserbaidschan (liegt geographisch in Asien; bei Sportverantstaltungen wird Aserbaidschan Europa zugerechnet)
Georgien (Geschichtlich eng mit Europa verbunden, christliche Bevölkerung, Territorium liegt geographisch in Asien)
Israel (liegt geographisch in Asien; bei Kulturveranstaltungen wird Israel oft Europa zugeordnet (Fußball-Europameisterschaft, Eurovision Song Contest))
Zypern (Insel im östlichen Mittelmeer, die geographisch zu Asien gezählt wird; seit Mai 2004 Mitglied der EU)
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Abhängige Gebiete in Europa
Åland (autonome Inselgruppe und Provinz vor Finnland)
Berg Athos (autonome Mönchsrepublik unter Oberhoheit Griechenlands)
Färöer (autonome Nation innerhalb Dänemarks)
Gibraltar (Überseeterritorium des Vereinigten Königreiches)
Isle of Man (untersteht direkt der britischen Krone)
Oblast Kaliningrad (Teil Russlands, Exklave zwischen Polen und Litauen)
Kanalinseln (unterstehen direkt der britischen Krone)
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Städte und Metropolen
London war die erste kosmopolitische Metropole der Welt, da sie in Zeiten des Imperialismus Zentrum eines großen Kolonialreiches war. Noch 1950 befanden sich vier Städte der heutigen Europäischen Union unter den zwanzig größten der Welt, seitdem wachsen die europäischen Städte kaum noch, verlieren teilweise an Einwohnerzahlen. Diese vier größten EU-Städte waren London auf dem zweiten Platz hinter New York, Paris auf dem vierten Platz hinter Tokio, Mailand und Neapel belegten noch Platz 13 bzw. 19.
Doch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts holten die Städte der restlichen Welt, besonders die der Entwicklungsländer, z. B. Mexiko-Stadt, Manila oder São Paulo, bei den Einwohnerzahlen auf und führen jetzt die Tabelle der Welt an.
Die 11 größten Metropolen Europas
Rang
Stadt
Staat
Einwohnerzahl in Mio.
1
Moskau
Russland
10,4
2
Istanbul
Türkei
9,8 (etwa die Hälfte europäisch)
3
London
Vereinigtes Königreich
7,4
4
St. Petersburg
Russland
4,0
5
Berlin
Deutschland
3,4
6
Madrid
Spanien
3,1
7
Rom
Italien
2,8
8
Kiew
Ukraine
2,6
9
Bukarest
Rumänien
2,3
10
Paris
Frankreich
2,1
11
Budapest
Ungarn
1,8
1: insgesamt 12 Mio., davon ca. die Hälfte im europäischen Teil
Entfernungen verschiedener europäischer Städte
Alle Messungen sind in Luftlinie angegeben.
Amsterdam, NL - Warschau, PL ca. 1100 km
Helsinki, FIN - Rom, I ca. 2200 km
Belgrad, SGC - Dublin, IRL ca. 2150 km
Edinburgh, SCO- Hamburg, D ca. 900 km
Istanbul, TR - Lissabon, P ca. 3200 km
Sagres, P - Ust' Kara, RUS 5576 km
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Europa kann wie folgt untergliedert werden
Nordeuropa
Nordosteuropa
Osteuropa
Ostmitteleuropa
Mitteleuropa
Südosteuropa
Südeuropa
Westeuropa
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Bevölkerung und Sprachen
Die Bevölkerung Europas besteht zu ca. 90% aus Indoeuropäern. Daneben gibt es Finno-Ugren und Basken, sowie Minderheiten von Sinti und Roma, Türken, Arabern, Juden, und andere. Die Sprachenvielfalt ist sehr groß. Am weitesten verbreitet sind slawische, germanische und romanische Sprachen. Griechisch, Albanisch und keltische Sprachen zählen ebenfalls zur indoeuropäischen Sprachfamilie. Die finno-ugrischen Sprachen (Hauptsprachen sind Finnisch, Ungarisch, Estnisch) bilden eine eigene Sprachfamilie. Die baskische Sprache wird keiner größeren Sprachfamilie zugerechnet, ihr Ursprung ist unbekannt.
Am gebräuchlichsten in Europa ist das lateinische Alphabet, gefolgt von der kyrillischen Schrift (in Russland, Weissrussland und der Ukraine, in Bulgarien, Serbien und Mazedonien) und dem griechischen Alphabet.
Die meisten Europäer sind Christen (römisch-katholisch, protestantisch oder östlich-orthodox). Es gibt jüdische und moslemische Minderheiten. Besonders in den Städten und den ehemals kommunistischen Ländern sind viele Menschen konfessionslos.
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Politik
Schon in der Antike war Europa vom Großmachtstreben einiger Staaten bestimmt. Griechenland und Rom gründeten Weltreiche, die später unter dem Ansturm feindlicher Stämme zerbrachen. Das Mittelalter war geprägt von der Konkurrenz zwischen dem neuen römischen Kaiser im Westen und dem alten römischen Kaiser in Byzanz, auf deren beiden Einflussspären die Spaltung in ein westliches und östliches Europa zurückgeht. Im westlichen Europa tobte auch die Auseinandersetzung von Kaiser und Papst um die Vorherrschaft. Europa war Schauplatz des Dreißigjährigen Krieges, der Kolonialreiche, der Diktaturen Hitlers und Stalins und der beiden Weltkriege. Seit Jahrhunderten waren die Staaten Europas zerstritten, Kriege und Bürgerkriege verwüsteten den Kontinent. In der Mitte des 20. Jahrhunderts schlossen sich Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Deutschland und Frankreich zur Montanunion zusammen, später wurde dieses Bündnis in Europäische Gemeinschaft und schließlich in Europäische Union umbenannt und erweitert. Dadurch sollten zukünftig Kriege verhindert werden. Dennoch brachen nach dem Zusammenbruch des Kommunismus im Kaukasus und im ehemaligen Jugoslawien Bürgerkriege aus.
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Wirtschaft
Europa ist ein wohlhabender Kontinent mit großen Industriemetropolen, gewinnbringender Landwirtschaft und einem boomenden Dienstleistungssektor. Die Industrie und die Dienstleistung konzentriert sich vor allem auf die Ballungsgebiete. In den meisten Staaten Europas ist das Problem nicht mehr der Mangel an Nahrungsmitteln, sondern die Überproduktion und die Fettleibigkeit.
Ausfuhrgüter sind vor allem Maschinen, Stahl, Computerbedarf und Autos. Einfuhrgüter sind z.B. Kakao, Tee, Kautschuk, Erdöl, Erdgas und Erze.
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Siehe auch
Europäische Union
Europarat
Europäisches Parlament
Euro
Eurotrash
ESA
Wiege Europas
Geschichte Europas
Alteuropa
Liste der Völker Europas
Liste von Sprachen in Europa
Mittelpunkt Europas
OSZE
NATO
EU-Erweiterung
Europawahl
Politische Architektur Europas

For more information visit http://de.wikipedia.org/wiki/Europa

1 comment:

rydel23 said...

> Weissrussland

Es ist kein "Weissrussland". Es heisst Belarus oder Weissruthenien.

http://blog.rydel.net/