Abulafia

Abraham ben Samuel Abulafia (* 1240 in Saragossa; † ca. 1292) war einer der bedeutendsten spanischen Kabbalisten, Schwärmer und Mystiker des 13. Jahrhunderts, ein jüdischer Exponent der sogenannten "ekstatischen" Strömung, die sich der herrschenden Meinung in der Theosophie entgegenstellte.
Ab 1258 bereist Abulafia den Orient, Griechenland und Italien. Er wird von Baruch Togarmi beeinflusst, der einen "Schlüssel zur Kabbala" zum Sefer Jezira schrieb. Seit 1270 wieder in Spanien, macht Abulafia in der Stadt Barcelona seine erste Erfahrung einer prophetischen Ekstase.
In den Ländern des Mittelmeers trat Abulafia als der verheißene Messias auf; er behauptete, die messianische Hoffnung der Juden sei in ihm zur Erfüllung gekommen. Er versuchte 1281, Papst Nikolaus III. zum Judentum zu bekehren, jedoch verstarb der Papst in der Nacht unmittelbar vor Abulafias Ankunft. Abulafia entgeht dem Scheiterhaufen nur knapp und wird nach 28 Tagen im Kollegium der Franziskaner freigelassen.
Während seiner letzten Jahre lebte Abulafia als Reisender in Italien, und von 1291 an verlieren sich seine Spuren, vermutlich starb er 1292 in Barcelona.
Abulafia verfasste 26 theoretische Schriften, von denen mehrere erhalten sind, und 22 prophetische Werke, von denen nur eines, das "Sefer ha'Oth" überliefert ist.
Abulafia propagierte, dass der Mensch in der Ekstase Zugang zu seinem innersten Wesen erlangen könne. Er wollte einer mystischen Erkenntnismethode, der sogenannten "Straße der Begriffe" zum Durchbruch verhelfen. Diese Disziplin vervollständigte die "Straße der Sefiroth" und rundete sie ab. Seine Lehren weisen Parallelen zu Yoga und Tantra auf.

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